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Eine mehr als tausendjährige Geschichte
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MILITÄRARCHITEKTUR

Die strategische Lage des Landes war im Mittelalter ausschlaggebend für die Befestigungen, die die Grafen und später die Herzöge Luxemburgs um die Städte ihrer Herrschaft errichten liessen. Das direkt an der französischen und der deutschen Grenze gelegene Luxemburg spielte eine wichtige Rolle in der internationalen Politik. Zwischen 1443 und 1839 wurde das Land, gleich den belgischen Provinzen, nicht weniger als sechsmal von verschiedenen Mächten eingenommen und die Burgunder, Spanier, Franzosen, Österreicher, Holländer und Preussen liessen die Stadt Luxemburg nach und nach zu einer der bedeutendsten Festungen der Welt werden, das "Gibraltar des Nordens".


Rocher du Bock, Luxembourg

Verteidigt wurde die Hauptstadt durch drei Befestigungswälle mit 24 Forts, 16 zusätzlichen Befestigungsbauten und einem aussergewöhnlichen unterirdischen Kasematten-netz von 23 km Länge. Parallel zur technischen Entwicklung der Waffen wurden die befestigten Bauten den neuen Bedingungen angepasst und ausgedehnt bevor neue gesonderte Werke hinzugefügt worden sind.

Der Londoner Vertrag vom 11. Mai 1867 erklärte das Großherzogtum Luxemburg zum neutralen Staat, dies bedeutete das Schleifen der Festungsanlagen. 1995 wurden die Überreste der ehemaligen Festung und Teile der Altstadt in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Weltkulturerbe der UNESCO

Luxemburg – modern, weltoffen und lebendig – ist eine Stadt mit menschlichem Antlitz. Die Spuren der Vergangenheit verschmelzen mit der aktiven Gegenwart. Diese gekonnte Mischung ist Bestandteil der luxemburgischen Identität: ein geschichtsträchtiger Treffpunkt der Kulturen.

Früher war diese Stadt einmal eine eindrucksvolle Festung, die von einem französischen Schriftsteller im beginnenden 19. Jahrhundert mal mit Gibraltar verglichen wurde, welches damals den Ruf einer uneinnehmbaren Feste hatte. Die Festung Luxemburg galt wegen seiner strategischen Lage zwischen dem Königreich Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich seit dem 16. Jahrhundert bis zu seiner Schleifung im Jahre 1867 als einer der wichtigsten festen Plätze Europas. Bei den Übergängen von einer europäischen Großmacht zur nächsten (die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation, das Haus Burgund, die Habsburger, die spanischen und französischen Könige und schließlich die Preußen) wurden die Befestigungen der Stadt Luxemburg immer wieder erweitert und verstärkt. Die größten Baumeister aus allen Teilen Europas – wie beispielsweise Vauban – haben hier ihre Spuren hinterlassen. Heute vermittelt die Festung Luxemburg diese gemeinsame europäische Vergangenheit.

Die Militär- und Zivilbauten innerhalb einer auffallend schönen Umgebung bestimmen den architektonischen Rahmen der Altstadt, die durch ihre Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO im Jahre 1994 Anerkennung fand.

Seit 1992 setzt sich die Vereinigung "Frënn vun der Festungsgeschicht Lëtzebuerg a.s.b.l" (Freunde der Festungsgeschichte von Luxemburg) für die Förderung der Geschichte des größten nationalen luxemburgischen Baudenkmals, also der Festung Luxemburg, durch die Veranstaltung von Führungen ein.

Internet: www.ffgl.lu
E-mail: contact@ffgl.lu
Postfach 711
L-2017 Luxembourg

Mittelalter

ECHTERNACH

Die aus dem 12. Jh. stammende Schutzmauer erstreckte sich über 2 km und wurde durch etwa zwanzig Türme und 6 Stadtpforten verstärkt. 1850 wurde die Mauer halbwegs zerstört um die Ausdehnung der Stadt zu erleichtern. Heutzutage bestehen sieben Türme und die Überreste des alten Grabens. 6 Türme sind restauriert worden und werden als Ferienwohnung an Touristen vermietet.

ESCH-SUR-SÛRE

Nur wenige Überreste und ein Wachturm sind noch von der im 15. Jh. gebauten Schutzmauer zu sehen, die teilweise in neue Zivilbauten integriert wurde. Doch der Verlauf der Mauer ist heute noch erkennbar, verbindet er doch die Altstadt mit den neueren Ortsteilen.

Rundweg mit Audio-Führer "Die Mysterien von Esch-sur-Sûre". Verleih im Haus des Naturparks.

GREVENMACHER

In der Moselmetropole sind mehrere Überreste der aus dem 13. Jh. stammenden Schutzmauer erhalten. Eine Besonderheit ist der als Kirchturm im klassischen Stil umgebaute Wachturm (13. Jh.).

Spazier-wege führen entlang der Überreste der Stadtmauer. Faltblatt erhältlich.

Verkehrsamt
10 route du Vin
L-6701 Grevenmacher
Tel. +352 75 82 75
Fax +352 75 86 66
E-mail: sitg@pt.lu
Internet: www.grevenmacher.lu

LUXEMBURG

Die Drei Türme (1050) gehörten zu der zweiten Schutzmauer der Stadt.

Die halbkreisförmigen Türme der Wenzelsmauer.


Wenzelsmauer

Die Bockkasematten

Der Bockfelsen. 963 hat der Ardennergraf Siegfried den Bockfelsen erworben. Die schroffen Felshänge spielten eine wichtige strategische Rolle . Auf drei Seiten vom Alzettetal umgeben, war der Felsen nur aus Westen zugänglich, welches seine Verteidigung vereinfachte. Im Schutz dieses Felsens liegen die archäologische Krypta, die Bockkasematten.



Zur Zeit der österreichen Herrschaft (18. Jh.) wurden die Festungsanlagen des Bockfelsens als aussergewöhnlich stark angesehen. Die zwischen 1737 und 1746 durchgeführten unterirdischen Arbeiten schufen Platz für 50 Kanonen und eine Garnison von 1200 Soldaten. 1875 wurde die Befestigung des Bockfelsens bis auf einen Turm abgebaut. Die archäologische Krypta zeigt die Ursprünge des Schlosses der ersten Grafen von  Luxemburg.

Die unterirdischen Festungsanlagen sind vom 30.05 bis 31.10 von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Geführte Besichtigungen auf Anfrage, Tel. +352 4796-2709.

Die Petrusskasematten



Unter der spanischen Herrschaft wurden die mittelalterlichen Befestigungen den zeitgenössischen Erfordernissen angepaßt. So entstanden im Jahre 1644 die Petrusskasematten und andere bedeutende Bastione wie die fast gänzlich erhaltene Bastion Beck, auf deren Plattform sich heute die "Place de la Constitution" befindet. Unter der Leitung des Feldmarschalls Vauban erhielten die Petrusskasematten ihre heutige Form. 1746 richteten die Österreicher die "Batterie de la Pétrusse" ein.

Geöffnet an Ostern, zu Pfingsten und während der Schulferien. Geführte Besichtigungen von 11 bis 16 Uhr.

Die Zitadelle des Heilig-Geist-Plateaus

Die beiden im Jahre 1685 errichteten Bastione und eine schmale Gasse in Richtung Stadt schnitten das Heilig-Geist-Plateau von den Stadtteilen ab und führten so zu der Entstehung einer Zitadelle, die auf der Südseite durch Festungsmauern verstärkt war.

Der Rundgang über die Corniche

Der als "Balkon Europas" bezeichnete Schutzwall ragt auch heute noch 35 m über die Unterstadt "Grund". Er wurde 1632 von den Spaniern errichtet und 1685 von Vauban vollendet.

Auf dem Rham-Plateau stehen die nach den Anweisungen von Vauban gebauten Kasernen (1684/85). Zu sehen sind ebenfalls die Überreste des Reduit und der Wohnung des Brunnenmeisters.

Die Spanischen Türme



Die Bezeichnung dieser kleinen Türme erinnert an die Spanier, die während ihrer Herrschaft im 16. und 17. Jh. zahlreiche Änderungen an der Festung vorgenommen hatten. Die Wachtürme befinden sich am Ende der auf steilen Abhängen errichteten Befestigungsanlagen.

Das Staatsarchiv

Dieses Gebäude wurde im 19. Jh., in der Zeit des Deutschen Bundes, als Militärkrankenhaus für die preussische Garnison errichtet. Seit 1968 ist das Nationalarchiv hier untergebracht. Regelmässige Wanderausstellungen zu historischen Themen werden organisiert.

Internet: http://anlux.lu

VIANDEN



In den oberen Teilen der Stadt Vianden sind Teile der einst mit 24 Türmen und 5 Pforten versehenen Schutzmauer erhalten. Ein Turm wurde vollständig restauriert und als Unterkunft für Künstler umgebaut. Einige Spaziergänge führen entlang dieser im lokalen Schieferstein gebauten Schutzmauer. Die Stadttore sind heute gänzlich verschwunden. Entlang der Schutzmauer wurde ein historischer Rundweg "Intra Muros - Extra Muros" angelegt.

Eine Broschüre ist beim lokalen Tourist Info erhältlich, Tel. +352 83 42 57-1, www.vianden-info.lu.

Thematische Besichtigungen in Luxemburg Stadt

Der Wenzelrundgang, "1000 Jahre in 100 Minuten". Ausgangspunkt dieses kulturellen und naturellen Rundganges sind der Bockfelsen und die Corniche. Er führt entlang der rue Sosthène Weis über die Wenzelmauer zum  Jakobsturm. Im ersten Stockwerk dieses Turms, mit wunderschönem Blick auf die Hauptstadt, wird die generelle Entwicklung der Festungsanlagen, im besonderen die der Stadt Luxemburg, anhand von audiovisuellen Einrichtungen erläutert. Während des Rundganges geben Tafeln zusätzliche Erklärungen zur Geschichte dieses historischen Teils Luxemburgs.


Vauban Rundweg. Dieser Rundweg trägt den Namen des bekannten  Ingenieurs Sébastien le Pestre de Vauban (1633-1707) und verläuft in einem Teil der Festungsstadt welcher aus dem 17. bis 19. Jh. stammt, ab Pfaffenthal bis an die Schwelle des Kirchbergplateaus.

Mansfeld Rundweg. Peter Ernst von Mansfeld war Gouverneur des Herzogtums Luxemburg von 1540 bis 1604. Ein 4,7 km langer Rundgang führt an den Überresten seines ehemaligen Schlosses vorbei zu den Festungsanlagen der Neuzeit.

Luxembourg City Tourist Office, Place Guillaume II, Postfach 181, L-2011 Luxembourg. Tel. +352 22 28 09 oder +352 4796-2709, Internet: www.lcto.lu, E-mail: guides@lcto.lu

• Der touristische Zug "Petruss Express" fährt an allen Tagen, von März bis Oktober,  von 10 bis 18 Uhr (alle 30 Min., ausser 13 Uhr). Abfahrt: Konstitutionsplatz "Place de la Constitution". Gruppen auf Anfrage.



Sales-Lentz, Tel. +352 26 65 11, Internet: www.sightseeing.lu

Die Festung in den Museen

Das Nationalmuseum für Geschichte und Kunst (www.mnha.lu) beherbergt eine schöne Waffensammlung und ein Modell der ehemaligen Festung.

Das Geschichtsmuseum der Stadt Luxemburg (www.musee-hist.lu) präsentiert die städtische Entwicklung innerhalb der Festungsmauern.

Das Museum für Zeitgenössische Kunst "Grand-Duc Jean" (www.mudam.lu), entworfen von I.M.Pei und das Museum "Dräi Eechelen" (in der Fertigstellung), das von Jean-Michel Wilmotte entworfen wurde, sind in der ehemaligen Festung Thüngen eingerichtet.


Musée Dräi Eechelen
26 rue Münster
Tel. +352 478 6650
Fax +352 46 17 79
E-mail: monique.becker@ssmn.etat.lu



  
 
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